Was passiert mit mir und meiner PSA nach dem Einsatz?

10.10.2020
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Der Melder geht: Brennt KFZ auf BAB. Ich bin im Angriffstrupp. Auf der Anfahrt rüste ich mich aus. Wie immer gehört die Feuerschutzhaube mit dazu, schließlich möchte ich meine Haut komplett schützen. Und das nicht nur gegen Hitze und im schlimmsten Fall gegen Flammen. Wir haben seit Kurzem Feuerschutzhauben mit einer „Partikelsperre“, die schützt mich dann auch direkt gegen mögliche gesundheitsgefährdende Stoffe. Und das ist wichtig! Und warum ist mir das wichtig, und warum sollte es auch Dir wichtig sein?

Auch Du kennst sicherlich Schlagwörter wie z. B. „Feuerkrebs“ oder hast Berichte über erkrankte Kameraden gelesen und bist darüber sensibilisiert, wie wichtig Hygiene bei einem Einsatz ist. Aber ist die Hygiene nur bei einem Einsatz wichtig? Was passiert mit deiner Einsatzüberbekleidung, der Feuerschutzhaube, den Einsatzhandschuhen, dem Feuerwehrhelm und den Einsatzstiefeln nach deinem Einsatz? Halten wir uns alle an eine goldene Regel, die uns seit der Grundausbildung verfolgt, nämlich „Kontaminationsverschleppung vermeiden“?

Bei jedem Brandeinsatz werden gesundheitsgefährdende Stoffe freigesetzt. Komme ich mit dem Brandrauch und/oder Ruß in Kontakt, habe ich mich kontaminiert. Jetzt gilt es mehr denn je, auf die Hygiene zu achten. Schließlich möchte ich nicht nur mich gegen gesundheitsgefährdende Stoffe schützen, sondern auch meine Kameraden.

Durch brennende Kunststoffe, Gummi und Betriebsstoffe gab es bei unserem Einsatz auf der Autobahn eine starke Rauch- und Rußentwicklung. Mein Truppmann und ich mittendrin statt nur dabei. Und so sahen wir anschließend auch aus. Es gab eine Zeit, da hätten wir uns auf die Schulter geklopft und wären so verdreckt wie wir waren auf unserem Fahrzeug zurückgefahren. Ohne einen Gedanken an Hygiene zu verschwenden, oder was wir mit unserem Verhalten anrichten. Auf der Wache hätten wir dann unsere Atemschutzgeräte und die Masken zur Atemschutzwerkstatt gegeben. Schließlich müssen diese gereinigt und geprüft werden, das gehört sich schließlich so. Unsere PSA hätten wir dann für den nächsten Einsatz in den Spind gehangen. Finde den Fehler. Wenn wir ehrlich sind, ist es so oder so ähnlich, doch vielerorts passiert. Im ungünstigsten Fall passiert es eventuell hier und da heute noch. Leider…

Damals habe ich eine „Dreckspur“ von der Einsatzstelle über das Fahrzeug zur Wache und Umkleide bis hin zu mir nach Hause gezogen. Wenn ich heute darüber nachdenke, schüttelt es mich. Ich habe nicht nur mich, sondern auch meine Kameraden und selbst meine Familie durch mein Verhalten gefährdet.

Was mache ich heute anders? Das ist ganz einfach zu beantworten: Ich achte auf Hygiene. Und das nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Kameraden.

Wenn ich heute bei einem Brandeinsatz kontaminiert werde, lege ich meine PSA noch an der Einsatzstelle ab und verpacke diese in einem luftdichten Behältnis. So stelle ich sicher, dass die sich aus der PSA lösenden Rauchgase oder Partikel zu keiner weiteren Kontamination führen. Mithilfe des Hygieneboard auf unserem HLF kann ich anschließend schnell und einfach z. B. meine Hände waschen. Ausgerüstet mit Trainingsanzug und Crocs als Ersatzkleidung, die ich auf dem HLF mitführe, bin ich gut ausgerüstet. So kann ich mich ohne schlechtes Gewissen auf den Weg zur Wache begeben. So einfach ist das.

Aber auch das Verhalten auf der Wache hat sich geändert. So gebe ich nicht nur das Atemschutzgerät und die Maske bei der Atemschutzwerkstatt ab. Meine kontaminierte PSA werfe ich in einer speziell gekennzeichneten Tonne ab und fülle hierzu noch ein Formblatt aus. Einer meiner Kameraden kümmert sich dann um die nächsten Schritte.

Eine speziell auf Feuerwehr ausgelegte Wäscherei holt zeitnah die kontaminierte PSA ab und bereitet diese sach- und fachgerecht auf. Einfach nur waschen, damit ist es nicht getan. Die Schutzkleidung muss nicht nur sauber, sondern auch als vollfunktionstüchtig bezeichnet werden können. Im nächsten Einsatz muss meine Einsatzkleidung mir wieder den nötigen Schutz bieten. Daher müssen bei der Aufbereitung unzählige Parameter beachtet werden. Auch meine Einsatzstiefel und der Feuerwehrhelm benötigen Aufmerksamkeit. Schließlich sind diese im Einsatz genauso kontaminiert worden.

Wer sich einmal mit der Thematik beschäftigt hat und ehrlich zu sich selbst ist, muss eines zugeben: Die Aufarbeitung der PSA ist so aufwendig, dass eine Feuerwehr dies nur sehr schwer bis gar nicht umsetzen kann. Und hier meine ich nicht nur die finanziellen Mittel, die aufzubringen wären, sondern auch der Personal- und Zeitansatz, der dahintersteht.

Was für meine PSA gilt, gilt in Teilen auch für mich: Ich muss mich noch waschen. Feinste Partikel, die sich bei und nach dem Einsatz auf meiner Haut abgelegt haben, müssen entfernt werden. Durch meine körperliche Arbeit im Einsatz sind meine Hautporen weit geöffnet, sodass gesundheitsgefährdende Stoffe leicht in meinen Organismus eindringen können. Deshalb dusche ich mich noch an der Wache kalt ab, um die oberflächige Verschmutzung weitestgehend abzuspülen. Erst danach drehe ich die Temperatur hoch und nutze ein entsprechendes Duschgel. Jetzt kann ich mich ruhigen Gewissens anziehen und muss mir über „Kontaminationsverschleppung“ keine Gedanken machen.

Jeder von uns, auch Du, kann mit wenig Aufwand dazu beitragen, dass wichtige Hygienemaßnahmen umgesetzt werden. Wenn sich dann die Feuerwehr noch um eine umfängliche Aufbereitung der PSA kümmert, ist es geschafft. Wie vieles in unserer Gesellschaft funktioniert das alles am besten, wenn wir das Thema „leben“.

Geht mit bestem Beispiel voran und ermutigt eure Kameraden auch bei diesem Thema mitzuziehen:

  • Kontaminierte PSA nach einem Einsatz ablegen
  • Eigene, erste Hygienemaßnahme an der Einsatzstelle
  • Kontaminierte PSA sach- und fachgerecht aufbereiten
  • Eigene Hygiene an der Wache

In diesem Sinne: Kommt immer gesund aus dem Einsatz! Und bleibt es auch danach, indem ihr Hygienemaßnahmen beachtet und umsetzt

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